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Erfolgreiche Schmalspurbahn - Die Zillertalbahn von Jenbach über Zell am Ziller nach Mayrhofen im Zillertal

Die Zillertalbahn erschließt auf bosnischer Spurweite (760 mm) das Zillertal, ein südliches Seitental des Unterinntals, von Jenbach an der Unterinntalbahn (Nordtirolerbahn) auf einer Länge von knapp 32 km bis Mayrhofen im Zillertal.

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Am Bahnhof Jenbach ist neuerdings auch der Railjet regelmässig zu Gast. Der alte Waggon der Innsbrucker Hungerburgebahn konnte vor der Verschrottung gerettet werden und ist am Gelände der Achenseebahn als Denkmal aufgestellt

 

Der Ausgangspunkt Jenbach ist ein Unikat in Österreich: Er ist Ausgangspunkt von 3 Bahnlinien mit 3 unterschiedlichen Spurweiten, hat also 3 Haltepunkte und 2 Bahnhofswirtschaften. Zum einen die 1858 eröffnete Nordtirolerbahn (Unterinntalbahn) Kufstein - Innsbruck in Normalspur (1.435 mm), die 1859 eröffnete Achenseebahn (touristische Zahnradbahn mit Spurgweite von 1000 mm nach Seespitz am Achensee) und die seit 1902 auf der ganzen Länge befahrbare Zillertalbahn mit bosnischer Spurweite 760 mm.

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Vom Gastgarten des Achenseebahnstüberls aus hat man besten Blick auf das Geschehen und kann sich gleichzeitig von der Waltraud lukullisch verwöhnen lassen

 

Betreiber der Zillertalbahn ist die Zillertaler Verkehrsbetriebe AG (ehem. Zillertalbahn AG) mit dem Firmensitz in Jenbach, an der mit über 60% Tiroler Gemeinden beteiligt sind (Rest Republik Österreich, Streubesitz). Neben der Schiene wird vom Betreiber auch öffentlicher Verkehr auf der Strasse mittels Bussen abgewickelt. Die Zillertalbahn ist Mitglied im Tiroler Verkehrsverbund VVT.

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Dieseltriebwagen am Zillertalbahnhof in Jenbach abfahrbereit am 11.9.2010 zur Fahrt nach Mayrhofen, im Hintergrund das Direktionsgebäude

 

Bis 2013 trugen 3 Kundengruppen zum Erfolg des Unternehmens bei - der Pendler- und Schülerverkehr, der touristische und Nostalgieverkehr sowie der Güterverkehr auf Rollwagen vornehmlich für 1 Unternehmen (Holztransport zur Fa. Binderholz GmbH). Letztgenannte Säule brach jedoch 2013 weg als die Fa. Binderholz ihre Transporte auf LKW umstellte, ein schmerzlicher Verlust für die Zillertalbahn. Positiv auf die Bilanz wirkten sich in der Vergangenheit auch die Einsätze im Bergbau (Magnesitbergbau in Tux) sowie beim Bau von Kraftwerken aus.

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Links dieselhydraulische Verschublok D 11, Baujahr 1960 bei Orenstein & Koppel - Dortmund Dorstfeld, vor der Remise in Jenbach am 2.5.2011; rechts dieselhydraulische Lokomotive D 10, Baujahr 1970 bei DURO DAKOVIC, Slavonksi-Brod, Jugoslawien (Motor Jenbacher Werke) mit einem 2-Wagen-Zug im Bahnhof Jenbach am 9.5.2011

 

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Links Dampf und Diesel vereint im Bahnhof Jenbach am 9.5.2011 - Dieselverschublok D 11 sowie Dampflok 3 "Tirol", gebaut bei Krauss & Co. Linz im Jahr 1902

 

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Verbesserungen an der Strecke und beim Fahrzeugpark vorgenommen - neue Haltestellen wurden eröffnet, partiell wurde die Strecke 2-gleisig ausgebaut und moderne Gmeinder-Lokomotiven und Niederflurwagen wurden angekauft. Sehr positiv ist auch der seit einigen Jahren angebotene 30 Minuten-Takt zu sehen. Die Fahrzeit für die komplette Strecke beträgt im Schnitt knapp über 50 Minuten, die Streckenhöchstgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h.

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4 Stück neue Gmeinder dieselhydraulische Lokomotiven vom Typ Lupo (Hersteller GLG - Gmeinder - Mosbach) haben die Zillertaler in den letzten Jahren angeschafft, D13, D14, D15, D16. Links D14, Baujahr 2004, am 11.9.2010 mit Güterwagen im Bahnhof Jenbach; rechts Zugkreuzung im Bahnhof Fügen-Hart (11.9.2010). Inklusive der Endstationen werden 18 Stationen bedient.

 

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Einfach zu merken soll er sein der Fahrplan - so ist es richtig! Rechts Dieseltriebwagen wird gleich den Ziller auf der 50m langen Brücke überqueren und dann nach knapp 1,5 km auf der Fahrt Richtung Mayrhofen den Bahnhof Zell am Ziller erreichen (11.9.2010)

 

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Links Innneraum moderner Niederflurwagen, rechts "traditionelles" Modell als Hochflurer

 

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Links Zugkreuzung auf selektiv ausgebauten 2-gleisigem Streckenstück vor Ramsau-Hippach (19.2.2013), rechts Gmeinder Lok D13 mit modernem Niederflursteuerwagen im Bahnhof Mayrhofen (19.2.2013)

 

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Gmeinder "Werbeloks" D15 (schwarze Folie für Zillertaler Aktivcard) und D16 (blaue Folie Mayrhofner Bergbahnen "Adler Bühne") am 19.2.2013

 

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Am neu erbauten Endbahnhof Mayrhofen (mit Bahnhofsbuffet) bestehen Umsteigemöglichkeiten zu diversen Busverbindungen, u.a. im Winter zu den Skibussen

 

Kein Erfolg war bis dato angedachten Streckenverlängerungen beschieden - weder die schon in der Bauzeit angedachte Verlängerung über den Gerlos zur Pinzgaubahn konnte verwirklicht werden noch die Verlängerung nach Hintertux und auch der aktuell geplanten geringfügigen Verlängerung ins Ortszentrum mit Anbindung der beiden Luftseilbahnen Penkenbahn und Ahornbahn scheint kein Erfolg gegönnt zu sein - Zaudern und Verhindern scheint das Credo der heutigen Zeit zu sein wenn es um Projekte im Öffentlichen Verkehr geht.

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Penkenbahn 3, errichtet 1995, Zweiseilumlaufbahn, die auf den im Schigebiet Zillertal 3000 gelegenen Osthang des Penken hinaufführt. Die Talstation der Penkenbahn liegt auf einer Höhe von 650 m, ihre Bergstation auf 1795 m. Die Kabinen der Bahn fassen 15 Personen, die Fahrgeschwindigkeit beträgt 5 Meter in der Sekunde. Die größte Neigung der 2924 Meter langen Penkenbahn beträgt 74 Prozent. Die Förderkapazität beträgt 2000 Personen pro Stunde. Vorläufer Penkenbahn 1 (eröffnet 1954) und Penkenbahn 2 (Umbau, eröffnet 1972)

 

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Ahornbahn neu: Im Herbst 2005 wurde in Mayrhofen mit dem Bau der Talstation der vollständig neuen Pendelbahn begonnen, im Frühjahr 2006 mit dem Bau der Bergstation auf 1966 m Höhe. Von August bis September 2006 erfolgte der Seilzug, bei dem die 70 mm starken und je fast 100 Tonnen schweren Tragseile mit drei Hilfsseilen zur Bergstation gezogen wurden. Am 18. Oktober 2006 wurde die erste Gondel mit einer Winde nach oben gezogen. Nach einem einmonatigen Probebetrieb wurde die Seilbahn am 9. Dezember 2006 feierlich eröffnet.

Die neue Ahornbahn ist die größte Pendelbahn Österreichs (Stand Dezember 2009) und befördert bis zu 160 Personen in einer Kabine in 6,3 Minuten auf das Ahornplateau. Der Höhenunterschied beträgt nun 1300 Meter bei einer schrägen Länge von 3045 Metern. Die Geschwindigkeit beträgt, wie bei der alten Bahn, 10 m/s. Die Förderleistung ist wegen der deutlich größeren Kabinen auf 1200 Personen/h gestiegen. Die Kabinenmaße sind 9,0 x 4,6 Meter bei einer Innenhöhe von 2,2 Metern, das Leergewicht beträgt 5 Tonnen. Die Kabinen fahren an je zwei Tragseilen mit 70 mm Durchmesser und werden von einem Zugseil mit 47 mm Durchmesser bewegt.

Die Ahornbahn wurde von Doppelmayr errichtet, die Kabinen von Carvatech geliefert.

 

Vorläufer Ahornbahn alt: 1967 beschloss der Aufsichtsrat der Mayrhofner Bergbahnen AG den Auftrag zum Bau der Ahornbahn. Zu Beginn der Wintersaison 1968 wurde der Bau fertiggestellt und die Ahornbahn feierlich eröffnet. Die Pendelbahn hatte eine schräge Länge von 2743 m und überwand einen Höhenunterschied von 1295 m. Ihre Kabinen fassten anfangs 43, später 50 Personen und fuhren mit einer maximalen Geschwindigkeit von 10 m/s (36 km/h) in etwa 7 Minuten zur Bergstation. Die Seilbahn konnte 430 Personen pro Stunde befördern. Während des Baus der neuen Ahornbahn lief sie noch bis zum 6. August 2006, als sie nach 38 Betriebsjahren, 350.000 Fahrten und 11,5 Mio. beförderten Fahrgästen stillgelegt wurde (Quelle Wikipedia)
 

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Sehr beliebt sind die Dampfzugfahrten auf der Zillertalbahn, die im Sommer sogar täglich stattfinden. Dampflok 5 "Gerlos" zieht einen Nostalgiezug am 24. Mai 2014 dem Ziel Mayrhofen entgegen. Das Ziel ist erreicht, der Regelzug nach Jenbach kann daher losfahren.

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Die Dampflok 5 "Gerlos" ist Baujahr 1930 und wurde in Linz bei Krauss & Co. gebaut

Webseite des Betreibers: www.zillertalbahn.at

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Wann gehts endlich weiter?? Zu den Seilbahnen? Nach Hintertux? Oder gar ins Salzburgische über den Gerlos?

 

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Kleinen Proviant, u.a. ein süffiges Bier der regionalen Brauerei in Zell am Ziller, bekommt man im Buffet im Bahnhofsgebäude in Mayrhofen. Zur Einkehr mit Essen empfiehlt sich das unmittelbar gegenüber dem Bahnhof am Schienenstrang gelegene Restaurant Tiroler Stub´n /  Landhaus Carla

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Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur Railway Research Austira / DEEF;  Erstmals Online publiziert: 29. Mai 2014; Ergänzungen: 30. 8. 2014

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Last modified  Sonntag, 24. Mai 2015 22:13:44 +0200
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