DEFF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung Dr. Michael Populorum AustriaEisenbahnforschung # Eisenbahn-Archäologie # Eisenbahn-Geographie # Eisenbahn-Geschichte

DEEF Dr. Michael Populorum Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

>Startseite<

Die Wieserbahn: Flügelstrecke der GKB von Lieboch nach Wies-Eibiswald

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald; Foto Wikipedia gemeinfrei User Steindy

Die Wieserbahn (auch Wieser Bahn) ist eine knapp 51 km lange normalspurige, nicht-elektrifizierte Bahnstrecke in der südwestlichen Steiermark von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Betreiber der Strecke ist die GKB Graz-Köflacher Bahn- und Busbetrieb GmbH, welche auch die "Stammstrecke" Graz - Lieboch - Köflach betreibt.

Kurzer Steckbrief

Streckenlänge: Lieboch - Wies-Eibiswald 51 km (Graz - Lieboch 15 km, somit Graz - Wies-Eibiswald 66 km)

Eröffnung: 8. April 1873 (Vgl. Köflacherbahn Aufnahme Personenverkehr bereits 3. April 1860)

Errichtet von: "Voitsberg-Köflach-Lankowitzer Steinkohlengewerkschaft" / „K. k. privilegierte Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft"

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald; Zuglaufschild von Graz nach Wies-Eibiswald      Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald; die bewährten Triebwägen tragen aktuell 2010 immer noch die Hauptlast des Vekehrs

Eigentümer: Republik Österreich, vormals seit 1928 ÖAM Österreichische Alpine Montangesellschaft. Davor Voitsberg-Köflach-Lankowitzer Steinkohlengewerkschaft / „k. k. privilegierte Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft"

Betreiber: GKB Graz-Köflacher Eisenbahn und Busbetrieb GmbH, die grösste öffentliche Privatbahn Österreichs (Name seit 2004, vorher diverse Namensänderungen). Vorher: 1.9.1878 - 31.12.1923 "K.k. priv. Südbahngesellschaft", ab 1.1.1924 für kurze Zeit die BBÖ, danach GKB in Eigenregie

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald; Der Bahnhof des Bezirkshauptortes Deutschlandsberg. Sehenswert das als Museum eingerichtete historische Stellwerk. Bahnhofsresti!     Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Station St. Martin im Sulmtal-Bergla. Hier war früher deutlich mehr los (Braunkohle!)

Funktion (en): Heute primär Personenverkehr (Pendler/Schüler als S-Bahn "S 6" im Grazer Schnellbahnnetz), vormals Anschluss des Braunkohle-Bergbaugebietes Eibiswald/Steyeregg/Pölfing-Brunn

Spurweite / Ein-/mehrspurig: Normalspur 1435 mm, einspurig

Traktionsart / Elektrifizierung: Nicht elektrifiziert, Dieselbetrieb, vormals Dampf (heute zeitweise Nostalgiefahrten mit Dampf)

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Landwirtschaftliche Fläche im Sulmtal    Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Der Endpunkt Wies-Eibiswald ist erreicht, der Triebwagen ist bereit zur Rückfahrt nach Graz

 

Die Stationen (Haltestellen, Bahnhöfe, in km von Lieboch):

bullet

Lieboch (0,0)

bullet

Lannach (4,33)

bullet

Oisnitz-St. Josef (7,61)

bullet

Alling-Tobisegg (11,66)

bullet

Preding-Wieselsdorf (14,45 >  Anschluss Stainzer Flascherlzug)

bullet

Wettmannstätten (17,37 > Verbindungsbahnhof zur KORALMBAHN)

bullet

Gussendorf (19,88)

bullet

Gross Sankt Florian (22,59)

bullet

Frauental-Bad Gams (27,50)

bullet

Deutschlandsberg (30,37)

bullet

Hollenegg (35,89)

bullet

Schwanberg (38,17)

bullet

Sankt Peter im Sulmtal (39,56)

bullet

St. Martin im Sulmtal-Bergla (42,26)

bullet

Dietmannsdorf (44,38)

bullet

Pölfing-Brunn (47,09 > Abzweigebahnhof der ehemaligen Sulmtalbahn, heute Anschlussbahn Gleinstätten)

bullet

Wies Markt (49,56)

bullet

Wies-Eibiswald (50,69)

 

Somit insgesamt 18 Stationen

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Ende der Wieserbahn in Wies-Eibiswald. Zum eigentlichen Gemeindezentrum von Eibiswald sind es noch ein paar Kilometer...   Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Die alte Drehscheibe vor dem Heizhaus in Wies-Eibiswald

Zugfrequenz: An Werktagen 21 tägliche Verbindungen Graz - Wies-Eibiswald, dh. stündlich mit Verstärker in der "Rush Hour" morgens und abends. Sonn- und Feiertage nur 2stündliche Verbindung (8 Züge). Stand Oktober 2010

Rollendes Material: Hauptsächlich noch Dieseltriebwagen VT 70, verstärkt durch Wendezüge mit Doppelstockwagen und Lokomotive DH 1500. Ab Herbst 2010 kommen moderne Triebwägen "Desiro" von Stadler zum Einsatz (wertigere Ausstattung als ÖBB)

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Direkt am Prellbock in Wies-Eibiswald harren alte Wagen der Aufarbeitung  Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Für diese Heizung gab es nie Versorgungsengpässe - Kohle

Zugsicherung: Durchgehende Gleisfreimeldung (Bahnhöfe und Strecke) sowie Streckenblockung der Bauart ZG 62

Besondere Kunstbauten (Tunnels, Brücken): -

Übergänge zu anderen Strecken / geplante Strecken bzw. verworfene Projekte: In Lieboch Übergang zur Stammstrecke Graz - Köflach; In Preding-Wieseldorf Übergang zum Stainzer Flascherlzug; In Pölfing-Brunn Abzweigung Rest der Sulmtalbahn; In Wettmannstätten zukünftig Übergang zur Koralmbahn; nicht verwirklicht die Verlängerung bis Eibiswald; nicht verwirklicht die früheren Planungen zur Direktverbindung nach Kärnten; nicht verwirklicht die Verlängerung über den Radl-Pass nach Slowenien (Saldenhofen/Vuzenica); nicht verwirklicht andere Linienführung mit Endpunkt Eibiswald aus nördlicher Richtung ?? (Info Bahnhofsvorstand Wies-Eibiswald > noch zu überprüfen)

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Der neu adaptierte Bahnhof von Wettmannstätten, Verbindungsbahnhof zur im Bau befindlichen Koralmbahn    Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Die Koralmbahn ist im Werden - hier südlich von Deutschlandsberg

Eisenbahnrelevante Sehenswürdigkeiten: Eisenbahnmuseum Lieboch (TEML) im umgebauten Heizwerk (u.a. dienstälteste Dampflok der Welt); Historisches Stellwerk Deutschlandsberg (mit Einkehrschwung im Bahnhofsrestaurant Deutschlandsberg); Altes aufzuarbeitendes Wagenmaterial direkt am Gleisende in Wies-Eibiswald; Kohle-Schaubergwerk Pölfing-Brunn

Sonstiges: Manche Stationen liegen weit abseits der eigentlichen Ortschaft, da sich in der Bauzeit die Fuhrleute und auch tw. andere Meinungsbildner gegen eine unmittelbare Einbindung ausgesprochen hatten (u.a. "Futterneid"). Es ist anzuraten, diesen Missstand sukzessive durch Streckenverlegungen abzuschwächen! Bspw. Verlängerung der Strecke nach Eibiswald!

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Doppelstock-Wendezug    Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Etwas bequemer als die alten aber bewährten Dieseltriebwägen sind die DOSTOS

Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Die GKB weiss Feste zu feiern - zum 150-Jahrjubiläum 2010 gab es mehrere Veranstaltungen

Eine kleine Streckenbeschreibung (Quelle GKB):

Die eingleisige und normalspurige, 50,993 km lange Strecke nach Wies-Eibiswald zweigt im Bahnhof Lieboch ab, unterfährt die Südautobahn, überquert die Kainach und führt dann entlang des Oisnitzbaches in Richtung Süden über den Bahnhof Lannach, die Halte- und Ladestelle Oisnitz-St. Josef und die Haltestelle Alling-Tobisegg nach Preding-Wieselsdorf. Dort mündete einst die von Stainz kommende und ehemals den Steirischen Landesbahnen gehörende, 11 km lange Schmalspurbahn (760 mm) ein, die bis 1980 einen fahrplanmäßigen Güterverkehr (Rollbockbetrieb) aufwies. Nach der Schließung der Linie nach Stainz wurde das Vierschienengleis, welches im Bereich der Katastralgemeinde Wohlsdorf in das Streckengleis der GKB einmündete und im Bereich des Bahnhofes Preding-Wieselsdorf wiederum abzweigte, abgetragen und mittlerweile durch ein parallel verlaufendes Gleis ersetzt. Die Strecke befindet sich derzeit im Besitz der Marktgemeinde Stainz und weist während der Sommermonate einen regen Sonderzugsverkehr auf (der berühmte "Flascherlzug"). Ebenfalls im Bereich Wohlsdorf zweigt die derzeit umschlagstärkste Anschlußbahn der Firma Holzindustrie Preding ab.

Die Strecke führt nach Überbrücken des Stainzbaches Richtung Westen das breite Tal der Laßnitz flußaufwärts und erreicht über die Halte- und Ladestelle Wettmannstätten, die Haltestelle Gussendorf, die Bahnhöfe Groß St. Florian und Frauental-Bad Gams den Bahnhof der Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg, der im Vorfeld des Koralpengebirgszuges liegt. Nach dem Bahnhof Deutschlandsberg bildet die Strecke nahezu eine Kehrschleife, führt um den Ort herum und biegt nach Süden ab. Über die sogenannte Leibenfelderhöhe, vorbei an malerischen Fischteichen und am prachtvollen Liechtenstein´schen Schloß Hollenegg, erreicht die Strecke über die Haltestelle Hollenegg, die Halte- und Ladestelle Schwanberg (nach Südosten ausgerichtet und bereits im Tal der Schwarzen Sulm) und die Haltestelle St. Peter im Sulmtal den Bahnhof Bergla. Einst ein wichtiger Kohlenbahnhof, scheint heute der Bahnhof Bergla im Dornröschenschlaf zu liegen und hat nur mehr im Frühspitzenverkehr und am Nachmittag die Aufgabe einige Zugskreuzungen abzuwickeln. Nach dem Bahnhof Bergla verläuft die Strecke über die Haltestelle St. Martin-Welsberg und erreicht nach einem scharfen Bogen Richtung Südwesten die Abzweigstelle der ehemaligen Sulmtalbahn, heute Anschlußbahn nach Gleinstätten. Über die Halte- und Ladestelle Pölfing-Brunn und die Haltestelle Wies Markt erreicht die Strecke den Endbahnhof Wies-Eibiswald, der im Tal der Weißen Sulm liegt.

Quellen / Weblinks: GKB www.gkb.at ; Wikipedia; Fotos DEEF / Dr. Michael Populorum (Panasonic Lumix DMC TZ4);

Beitrag DEEF Sulmtalbahn;

Steirische Eisenbahnfreunde / Technisches Eisenbahnmuseum Lieboch (TEML)

          Dr. Michael Populorum / DEEF: Die Wieserbahn von Lieboch nach Wies-Eibiswald. Eisenbahn und Kultur: Mehrere DOSTOS wurden von Künstlern beklebt    

         >> DEEF bleibt am Ball ..

Sollten Sie Anregungen zu den Projekten haben oder eigene Beiträge oder Fotos präsentieren wollen, so freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Bitte um Info >

redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org

Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur DEEF; 

Erstmals online publiziert: 18 Oktober 2010; Letzte Änderung: 8.8.2017

DEFF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung Dr. Michael Populorum AustriaEisenbahnforschung # Eisenbahn-Archäologie # Eisenbahn-Geographie # Eisenbahn-Geschichte

DEEF Dr. Michael Populorum Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Last modified  Dienstag, 08. August 2017 17:04:47 +0200
Autor/F.d.I.v.: Kons. Univ. Lekt. Dr. Michael Alexander Populorum DEEF # Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung # Railway Research Austria 2009-2020 

 Impressum/Copyright        Unterstützung & Sponsoring