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Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg

Streckenskizze Vorchdorfer Bahn. Quelle: Stern & Hafferl Webseite. DEEF/Dr. Michael Populorum

Die Vorchdorferbahn bzw. Lokalbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg (LVE) ist eine knapp 16 km lange normalspurige Lokalbahnstrecke (Nebenbahn Klasse C), welche 1903 eröffnet und 1931 mit 750 Volt Gleichstrom elektrifiziert wurde. Die Strecke ist eingleisig und hat eine Baulänge von exakt 15,609 km und aktuell eine Betriebslänge von 15,500 km. Der kleinste Bogenhalbmesser am Streckengleis beträgt 190 m, am Nebengleis 140 m. Die grösste Neigung beträgt 15 Promille. Als Maximalgeschwindigkeit gilt 50 km/h, das maximale Zuggewicht beträgt 700 Tonnen bei einer maximalen Zuglänge von 115 m. Teilweise gibt es eine punktförmige Zugbeeinflussung (PZB), als Zugleitsystem und Funk ist StH im Einsatz.

Sie ist der realisierte Teil des 1897 von der Baufirma Stern & Hafferl vorgelegten Plans einer Lokalbahn von Lambach über Vorchdorf nach Grünau im Almtal. Da aber Grünau bereits seit 1901 durch eine Verbindung von Wels über Sattledt erschlossen war (Wels-Rohrer-Bahn bzw. Almtalbahn) und auch Pläne einer Verlängerung von Vorchdorf nach Pettenbach nicht umgesetzt wurden, ist Vorchdorf der Endpunkt dieser Lokalbahnstrecke geblieben.

Der im Plandienst eingesetzte Triebwagen ET 20.109 wartet im Bahnhof Lambach auf die Abfahrt. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum

Nachdem von der Lokalbahn AG anfangs die k.k. Staatsbahnen mit der Betriebsführung beauftragt wurden, erfolgt die Betriebsführung ab 1931 bis heute durch die als sparsam bekannt gewordene Firma Stern & Hafferl. Die Strecke selbst befindet sich zu 27,5% im Besitz von Stern & Hafferl sowie zu 72,5% im Besitz des Bundes.

 

Im Führerstand des ET 20.109 (Baujahr 1956). Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael PopulorumIn Lambach besteht Anschluss an die Westbahnstrecke (vormals Kaiserin Elisabeth Bahn) Richtung Wels-Linz-Wien bzw. Attnang-Puchheim - Salzburg (-Innsbruck / - München / -Zell am See). Im Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg, wo sich auch die 1943-1947 errichtete Hauptwerkstätte von Stern & Hafferl befindet, besteht Anschluss an die schmalspurige (Meterspur) Traunseebahn (Lokalbahn Gmunden - Vorchdorf). Sowohl die Vorchdorferbahn als auch die Traunseebahn haben in Vorchdorf-Eggenberg jeweils ein eigenes Bahnhofsgebäude - zum Umsteigen muss man die Gleisanlagen im Vorfeld der Werkstätte schienengleich überqueren.

Die Züge der Vorchdorferbahn fuhren bis 1949 vom Bahnhofsvorplatz in Lambach ab, wo es bis zu diesem Datum auch eine Verbindung zur Haager Lies (Lokalbahn Lambach - Haag am Hausruck) gab. Seither fahren die Züge seitlich links vom Bahnhofsgebäude ab und in einer langgezogenen Schleife nach rechts wird die Stadt Lambach umfahren und nach Passieren der Eisenbrücke über die Traun (hier setzte auch die Pferdeeisenbahn Budweis - Linz - Gmunden über) wird bei km 3,5 Stadl-Paura (vormals Alt-Lambach) erreicht. Bis hierher werden die Gleise der ÖBB peagiert, welche dann als Trauntalbahn / Gmundnerbahn über Roitham, Steyrermühl, Laakirchen und Engelhof (Einmündung Traunseebahn) nach Gmunden Seebahnhof führt.

Ebenfalls in Stadl-Paura zweigen die Schienen zum Heeresmunitionslager ab. Während die ÖBB-Strecke Stadl-Paura in südwestlicher Richtung verlässt, schwenkt die Vorchdorferbahn in einer Linkskurve nach Süden, passiert bei km 4,3 ostwärts verlaufend eine Ladestelle und schwenkt dann wieder Richtung Süden.

Die Stationen der Vorchdorferbahn (Streckenkilometer ab Lambach):

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Lambach (0,0; Anschluss Westbahn)

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Stadl-Paura (3,5; Abzweigung Trauntalbahn der ÖBB über Steyrermühl-Engelhof-Gmunden Seebahnhof)

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Ehem. HST Fohlenhof (5,3; 1952 aufgelassen)

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Bad Wimsbach Styria-Siedlung (6,7)

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Bad Wimsbach-Neydharting (7,0)

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Steinfeld (7,3)

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Au (9,0)

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Mittlere Au (10.0)

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Blankenberg (10,6)

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Waldl (11,3)

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Kößlwang (11,8)

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Feldham (12,6)

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Vorchdorf Schule (14,0)

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Bahnhof Vorchdorf / Vorchdorf-Eggenberg (14,7)

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Eggenberg Brauerei (15,7)

Das Teilstück Bahnhof Vorchdorf nach Eggenberg Brauerei diente immer nur dem Güterverkehr und wird seit geraumer Zeit nur mehr bis zur Anschlussbahn ACAMP genutzt.

Traunquerung zwischen Lambach und Stadt-Paura. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum      Der Bahnhof Stadt-Paura (vormals Alt-Lambach) im Dezember 2010. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum      Abzweigungen in Stadl-Paura: ÖBB-Gleise der Trauntalbahn (Gmundnerbahn) via Laakirchen nach Gmunden Seebahnhof sowie die Gleise zum Mun-Lager des ÖBH. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum

Wochentags gibt es 19 Verbindungen täglich (Stand 2010/2011). Die Fahrzeit beträgt zwischen 23 und 26 Minuten. Während der erste Zug morgens bereits um 5.04 Lambach verlässt (der einzige REX am Tag), so gibt es keine wirkliche Spätverbindung - der letzte Zug nach Vorchdorf-Eggenberg fährt um 20.41 in Lambach ab. In Vorchdorf-Eggenberg besteht im Regelfall unmittelbarer Anschluss an die Traunseebahn Richtung Gmunden Seebahnhof - bei Verspätungen der Vorchdorferbahn werden Fahrgäste Richtung Gmunden per Zugfunk avisiert und der Anschluss wartet.

Um zukünftig über Lambach hinaus auch nach Wels auf der Westbahn fahren zu können, gibt es Überlegungen hinsichtlich Ankauf von Zweistromfahrzeugen. Um näher beim Kunden zu sein ist die Errichtung einer neuen Haltestelle, nämlich Vorchdorf-Gewerbegebiet, geplant.

Endbahnhof Vorchdorf-Eggenberg der Vorchdorferbahn. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum   Die Hauptwerkstätte von Stern & Hafferl in Vorchdorf-Eggenberg. Rechts die Gleise der Vorchdorferbahn, links die Gleise der meterspurigen Traunseebahn. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum  Wintereinbruch im Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum

Überlegenswert erscheint auch die bereits von Elmar Oberegger angeregte Verlegung eines dritten Gleises zu sein, um im Bedarfsfall eine durchgehende Verbindung Gmunden Seebahnhof - Vorchdorf - Lambach sicherzustellen.

Probleme beim Ticketkauf: Mehrfach konnte festgestellt werden, dass es aktuell nicht möglich ist, ein durchgehendes Ticket bspw. von Linz oder Salzburg nach Gmunden Seebahnhof über Lambach - Vorchdorf (Vorchdorferbahn) und weiter auf der Traunseebahn über Eisengattern und Engelhof zu erwerben. Weder am Automaten noch am Schalter. Der Automat schlägt die Route über die Salzkammergutbahn via Attnang-Puchheim vor und ignoriert dabei, dass es über diese Relation KEINE durchgehende Verbindung gibt. Über die Verlängerung der Gmundner Strassenbahn Richtung Seebahnhof wird zwar seit Jahrzehnten gesprochen, einzig den Worten sind bis dato keine Taten gefolgt. Der Missstand hinsichtlich des Ticketkaufs wurde zwar mehrfach gemeldet, offenkundig wurde das Problem aber von den zuständigen Personen bis dato ignoriert. So kann das Ticket vorab nur bis Vorchdorf gelöst werden und nach dem Umsteigen ist in der Traunseebahn beim Triebwagenführer eine zweite Fahrkarte zu lösen.

Chefred. Dr. Populorum in der Hauptwerkstätte von Stern & Hafferl. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum          Nostalgietriebwagen ET 24.103 (gebaut 1912 in Graz) im Bhf. Vorchdorf. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum 

          Abzweigung zum Streckenende Richtung Brauerei Eggenberg. Die Vorchdorferbahn Lambach - Vorchdorf-Eggenberg. DEEF/Dr. Michael Populorum          

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Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur DEEF;  Erstmals online publiziert: 12. Dezember 2010; Änderungen: 13.2.2011

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Last modified  Sonntag, 24. Mai 2015 22:13:39 +0200
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