DEFF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung Dr. Michael Populorum AustriaEisenbahnforschung # Eisenbahn-Archäologie # Eisenbahn-Geographie # Eisenbahn-Geschichte

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Hoffnungsträger Stieglbahn in Salzburg -  aber die Stadt Salzburg schläft weiter

Was gäbe es schöneres für einen Stadt- und Verkehrsplaner als ein bestehender Schienenstrang, der durch einen aufstrebenden und bevölkerungsreichen Stadtteil führt und auch genügend Slots zur Verfügung hat, um einen regelmäßigen Personenverkehr durchzuführen zu können?!? Nicht so in der Stadt Salzburg, hier schläft man diesbezüglich seit Jahren! Aber der Reihe nach...

Die Stieglbahn ist eine eingleisige, normalspurige, 3,4 km lange und nicht elektrifizierte Nebenbahnstrecke in der Stadt Salzburg, die für einen bescheidenen Güterverkehr genutzt wird aber auch seit 1988 für den Personenverkehr konzessioniert ist. Als Streckenklasse C konzessioniert sind Achslasten bis 20 Tonnen zugelassen.

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Abzweigung der Stieglbahn von der Bahnlinie Salzburg - Freilassing (-München) nach der S-Bahn Station Salzburg Aiglhof. Im Vordergrund die Umsetzanlage/Ausweiche Lehen, im Hintergrund links Gebäude der Rauchmühle

Die Stieglbahn (manchmal auch als Stiegl Schleppbahn bezeichnet) wurde von der namensgebenden Stieglbrauerei (heutzutage die größte Privatbrauerei Österreichs) in Eigenregie am 16.2.1919 eröffnet, nachdem sich die Pläne einer Bahnstrecke nach Großgmain (Großgmainerbahn) im Gefolge der Niederlage im 1. Weltkrieg zerschlagen hatten. Die Betriebsführung der Stieglbahn hatte anfangs die SETG (Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft), welche auch die Betriebsführung über die Salzburger Straßenbahn sowie die Linien der "Roten Elektrischen" (Salzburger Lokalbahn) hatte.

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Ein Sonderzug erreicht von Sbg. Hbf kommend die Umsetzanlage der Stieglbahn bei km 0,6 (25.4.2010)

Seit 1.1. 1977 befindet sich die Infrastruktur im Eigentum der Anschlussbahnen AG, zu der sich die insgesamt 10 mit Anschlussgleisen bedienten Unternehmen zusammengeschlossen hatten, die Betriebsführung wird von der SLB in Nachfolge der SETG durchgeführt.

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Nach Passieren der Umsetzanlage / Ausweiche wird die Körblleitengasse übersetzt und die engste Kurve in Angriff genommen (25.4.2010)

Die Strecke:

Die Stieglbahn zweigt vom Salzburger Hauptbahnhof kommend nach der S-Bahn Haltestelle Salzburg Aiglhof nach links weg. Von den Gleisen der ehem. Anschlussbahn der Rauchmühle, die hier überquert wurden,  finden sich keine Relikte mehr. Nach der sogenannten Umsetzanlage Lehen mit 2 Gleisen (vormals 3-gleisig) bei km 0,6 wird die Körblleitengasse gequert (wie alle anderen Straßenkreuzungen mit roten Blinklicht gesichert, keine Schrankenanlagen) und dann macht die Stieglbahn eine scharfe Biegung nach links ("Nadelöhr" der Strecke) und überquert dann Straßen wie folgt: Girlingstraße - Kleßheimer Allee - Siezenheimer Straße - Teisenberggasse - Michael-Walz-Gasse - Moserstraße - Innsbrucker Bundesstraße und Eichetstraße. Die Strecke verläuft hier großteils nahezu schnurgerade. Nach einer Linkskurve wird bei Streckenkilometer 3,1 die sogenannte Verkehrsstelle Stieglbrauerei mit mehreren Gleisen, Lokschuppen sowie einem Bahnsteig erreicht. Über die Kendlerstraße und nach Passieren des Eingangstores der Stieglbrauerei verzweigt sich das Gleis zu 2 Ladegleisen.

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Blick von der Kleßheimer Allee - schnurgerade ziehen die Gleise der Stieglbahn gen Südwesten dahin

Die Stieglbahn für den innerstädtischen Personennahverkehr

Wie schon eingangs angedeutet bietet sich die Stieglbahn für den innerstädtischen Personentransport nahezu zwingend an. Trotz mehrerer Initiativen ist bislang nichts geschehen in dieser Richtung, wie zu hören ist, bremst einmal mehr die Stadt Salzburg und federführend der (noch) amtierende Bürgermeister Heinz Schaden alles ab. Die Stadt der Verhinderer, die Schilda-Stadt, Salzburg das Potemkinsche Dorf, Stillstands-Stadt et al, so wird Salzburg vom Rest Österreichs schon genannt. Wie schon bei der Stadtbahn (auch Euregiobahn genannt) tritt der Noch-Bürgermeister Schaden, der offenbar seit längerem geistig schon in seiner Pension lebt, als Be- und Verhinderer für Salzburg essentieller Infrastrukturprojekte in Erscheinung.

Seit Jahren herrscht in der Stadt Salzburg Stillstand bei für die kommenden Generationen wichtigen Infrastrukturprojekten, während man den Wähler vor den Wahlen vorgauckelt, wie gut man denn dasteht im internationalen Vergleich, so ist nach den Wahlen immer nur zu hören, dass man kein Geld habe. Eine jämmerliche Clique ist das in der Salzburger Stadtpolitik!

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Der tägliche Güterzug naht. Links Hektometerstein 0,9, rechts das ehem. Kasernenareal, heute Freiraum Maxglan mit der "Panzerhalle"

Auf der 1. Österreichischen Regionalbahntagung am 13.9.2012 in Bürmoos kam die Sprache auf die völlig unbefriedigende Situation des Öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Salzburg. In diesem Zusammenhang ergriff der am Podium sitzende Vertreter des BMFIT, Mag. Hammerschmid, das Wort und sagte folgendes: Im Bundesministerium habe man erkannt, dass die Salzburger Stieglbahn ein sehr hohes (und bis dato ungenutztes) Potential im öffentlichen Nahverkehr habe, wenn nicht sogar den höchsten Nutzen in ganz Österreich. Daraufhin habe man vom Ministerium aus die Stadt Salzburg kontaktiert und ihr eine größtmögliche Förderung (Kostenübernahme) für den Fall zugesichert, dass man die Stieglbahn für den öffentlichen Personennahverkehr adaptiert. Zum Abschluss seiner Wortmeldung sagte Mag. Hammerschmid wörtlich: "Wir haben von der Stadt Salzburg daraufhin nicht einmal eine Antwort erhalten!"

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Kurz vor der Kreuzung Kleßheimer Allee (12.1.2016)

Da fragt man sich natürlich schon, welche inkompetenten und ignoranten Politiker (allen voran Bgm. Schaden) man da ins Stadtparlament gewählt hat!!

Eigenartigerweise unterblieb auch bei der Machbarkeitsstudie Euregiobahnen (Ergebnisse präsentiert im Feber 2015) eine Untersuchung der Stieglbahn ebenso wie eine Untersuchung der schienenmäßigen Anbindung des Messezentrums Salzburg (Machbarkeitsuntersuchung vorhanden, Mackinger/Häcker) sowie des Salzburger Flughafens Salzburg Airport W.A. Mozart.

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Rechts die neuen Wohnblocks "Freiraum Maxglan" - potentielle Fahrgäste en masse

Fazit / Forderung:

Spätestens seit der Neubebauung des Areals der ehemaligen Struberkaserne, dem sogenannten Freiraum Maxglan, ist es selbst dem einfachsten Laien mit nur ein bißchen Hausverstand klar, dass eine Nutzung der Stieglbahn für den Personenverkehr (als S-Bahnast) sinnvoll wäre. Vor allem deswegen, weil der Verkehr in der Stadt Salzburg immer öfter kollabiert, es in der Stadt Salzburg immer öfter staut, stinkt und lärmt. Einzig der SPÖ-Noch-Bürgermeister Schaden scheint das nicht zu kapieren, dieser be- und verhindert, wo es nur geht. Andernorts wären die Bürger wohl schon auf die Strasse gegangen und hätten solch ignorante politischen Machthaber zum Abdanken gezwungen, in der Stadt Salzburg haben wohl alle schon resigniert.

Nochmals unsere Forderung: Sofortige Adaptierung der vorhandenen Gleise der Stieglbahn für den Personenverkehr, Einbindung in das Salzburg S-Bahn Netz, für den Anfang Minimum Halbstundentakt, in Folge Frequenz auf 15 Minuten optimieren. Als Haltestellen bieten sich vor allem die Kreuzungen mit den vorhandenen Obus- und Autobuslinien an, das sind die Kleßheimer Allee (Obus Nummer von/zum Europark Taxham), Siezenheimer Straße (Autobus Nummer 10) sowie die Innsbrucker Bundesstrasse (Obuslinie 2 von/zum Flughafen, Airportcenter, Siezenheim).

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Der Güterzug schenkt nach rechts zum Übergang Körblleitengasse

 

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Solaris Obus der Linie 1 kreuzt die Gleise der Stieglbahn (Kleßheimer Allee)

 

 

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Die ehem. Struberkaserne hatte auch einen Gleisanschluß, die Weiche ist aber bereits ausgebaut. Vom Freiraum Maxglan aber noch keine Spur, das Foto stammt vom Mai 2010

 

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Das Kasernengelände ist noch eingezäunt (Mai 2010)

 

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Kreuzung Siezenheimerstraße

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Anschlußgleise Lagermax

 

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Kreuzung Innsbrucker Bundesstraße mit Obus Linie 2

 

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In diesem Bereich könnte auch ein Ast zum Salzburger Flughafen abzweigen und eine Verbindung zu den vorhandenen (Güter-) Gleisen ausgehend von Salzburg Liefering herstellen

 

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Die vorhandenen Gleise sind auch als positiver Standortfaktor für Betriebsansiedlungen zu sehen

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Die Betriebsstelle Salzburg Stieglbrauerei mit Lokschuppen ist erreicht Dies wäre die Endstation für den regelmäßigen Personenverkehr (S-Bahn)

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Ein Sonderzug erreicht die Verkehrsstelle Stieglbrauerei bei km 3,1

 

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Sonderzug in der Verkehrsstelle Stieglbrauerei

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Nach Übersetzen der Kendlerstraße fährt der Sonderzug auf das Areal der Stieglbrauerei hinein (25.4.2010)

 

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Die 2 Ladegleise in der Stieglbrauerei

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Hier im von Bäumen beschatteten Gastgarten ist ein optimaler Ort, um seinen Hunger und Durst zu stillen

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Ein weiterer Sonderzug mit Eisenbahnfreunden besucht die Stieglbrauerei. Der Zug wird in Sandwichtraktion geführt damit nicht umgesetzt werden muss (10.11.2012)

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Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur Railway Research Austira / DEEF; 
Erstmals Online publiziert: 20. Feber 2016; Letzte Ergänzung:

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Last modified  Samstag, 20. Februar 2016 16:35:38 +0100
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