DEFF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung Dr. Michael Populorum AustriaEisenbahnforschung # Eisenbahn-Archäologie # Eisenbahn-Geographie # Eisenbahn-Geschichte

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Die Salzkammergutbahn von Attnang-Puchheim nach Stainach-Irdning - Ein Reader in mehreren Teilen. Teil 1: Prolog/Überblick

Der Mühlsteinwerktunnel / Koppentunnel als Relikt der alten Streckenführung im wilden Koppental. Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Unter Salzkammergutbahn im weiteren (historischen) Sinn ist die Strecke Stainach-Irdning im steirischen Ennstal (Anschluss u.a. Richtung Bischofshofen-Salzburg bzw. Selzthal-Graz) über Attnang-Puchheim (Anschluss Westbahn Richtung Salzburg bzw. Linz/Wien) nach Schärding im oberösterreichischen Innviertel an der Grenze zu Bayern zu verstehen. Als Salzkammergutbahn im engeren Sinn gemäss dem heutigen Sprachgebrauch versteht man die Strecke Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim, also den südlichen Streckenast, während der nördliche Streckenast gemeinhin als Hausruckbahn bezeichnet wird.

Die Gesamtstrecke von Stainach-Irdning bis Schärding hat eine Länge von 174 km, die hier beschriebene Strecke Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim hat eine Länge von 107 Kilometer. Während der Nordast nach wie vor nicht elektrifiziert ist - es verkehren vorwiegend Dieseltriebwägen vom Typ 5047 - wurde die Salzkammergutbahn i.e.S. im Jahre 1924 elektrifiziert. Das Kraftwerk Steeg (Gemeinde Bad Goisern am Hallstättersee) liefert den benötigten Bahnstrom.

Die Eröffnung der bis heute eingleisigen Normalspur-Bahnstrecke erfolgte im Jahre 1877, der Vater der Salzburg-Halleiner-Bahn, Baron Schwarz, zeichnete auch bei der unter der Konzession der k.k. privilegierten Kronprinz-Rudolf-Eisenbahngesellschaft errichteten Salzkammergutbahn massgeblich für den Bau verantwortlich.

War der primäre Errichtungsgrund im Abtransport des Salzes aus den Salinen im Salzkammergut zu sehen (Bad Aussee, Hallstatt, Bad Ischl, Ebensee), so ist der Güterverkehr heute von untergeordneter Bedeutung. Pendler, Schüler sowie Touristen (neuerdings verstärkt Asiaten Richtung Hallstatt) sind heute die Hauptnutzniesser der Salzkammergutbahn.

Die Bahnstrecke ist in Summe sehr reizvoll zu befahren - herrliche Landschaft, Berge (Gebirge) und Seen verwöhnen das Auge und zahlreiche Kunstbauten lassen das Herz des Eisenbahnliebhabers höherschlagen. Die teils exponierte gebirgige Landschaft bedingt speziell im Winter des öfteren eine Streckensperre, vor allem das Koppental zwischen Obertraun und Bad Aussee ist berüchtigt wegen seiner gewaltigen Lawinen von den Flanken des knapp 2.000 m hohen Sarsteins.

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Der nördliche Endpunkt der Salzkammergutbahn i.e.S., die Eisenbahnerstadt Attnang-Puchheim bei km 107

REX mit Kurswagen aus Wien bei der Haltestelle Obersee, dahinter Hallstättersee und Kalmberge

Südlicher Endpunkt und Beginn der Kilometrierung, Stainach-Irdning mit einem gemütlichen Bahnhofsresti

Sehr negativ ist zu vermerken, dass im Zuge der "Verländerung der Eisenbahn" nur mehr alle 2 Stunden ein durchgehender Zug auf der Gesamtstrecke verkehrt. Jeder 2. Zug wendet auf oberösterreichischer Seite in Obertraun (die Landesgrenze zur Steiermark liegt unmittelbar dahinter im wildromantischen Koppental), die Züge auf steirischer Seite von Stainach-Irdning wenden - so sie nicht bereits durch Autobusse ersetzt wurden - in Bad Aussee. Diese Entwicklung ist als "krankhaft" zu bezeichnen. Für Hirngespinste seitens der Staatsbahn, Teile der Salzkammergutbahn überhaupt einzustellen, fehlen mir schlichtweg die Worte!

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Zugkreuzung im Bahnhof von Bad Goisern. Bad Goisern hat 4 Stationen! Goisern Jodschwefelbad, Bad Goisern (Hbf.), Steeg-Gosau sowie Obersee

Eine gewaltige Eisenbrücke überspannt die tiefste Stelle des Hallstättersees (ca. 110 m Tiefe), dahinter das Portal des Wehrgrabentunnel (165m)

Für diese "Chuzpe" wurde der Wendezugbetrieb auf der Salzkammergutstrecke eingeführt - jeder 2. Zug von Attnang dreht an der Landesgrenze in Obertraun um

Die Salzkammergutbahn im engeren Sinne:

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Stainach-Irdning (Kilometer 0) - Attnang-Puchheim (Kilometer 107)

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Eröffnet 1877 von der k.k. priv. Kronprinz-Rudolf-Eisenbahngesellschaft

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Normalspur 1435mm, eingleisig

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Elektrifizierung 1924

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Grösste Steigung 28 Promille zwischen Stainach-Irdning - Pürgg - Tauplitz (zur Bewältigung dieser Steigung mussten damals die berühmten Krokodile eingesetzt werden)

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Von Attnang-Puchheim bis Obertraun Dachsteinhöhlen (Sommer: Obertraun Koppenbrüllerhöhle) stündliche Verbindung (alternierend REX und R), Attnang-Puchheim bis Stainach-Irdning nur mehr alle 2 Stunden.

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Tägliche 1x Direktverbindung (Kurswagen) nach / von Wien (die Wagen werden in Attnang-Puchheim an den IC nach Wien angehängt).

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Besonderheit: Der Bahnhof von Hallstatt befindet sich am Ostufer des Hallstätter Sees gegenüber des eigentlichen Ortes - das Schifffahrtsunternehmen Hemetsberger stellt mit einem Motorschiff die Verbindung zwischen Bahnhof und Ort sicher. Dies ist auch die reizvollste Art und Weise, sich dem Weltkulturerbeort Halltstatt zu nähern.

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung

In Steeg-Gosau findet regelmässig eine Zugkreuzung statt. Von dort Anschluss per Bus nach Gosau sowie Hallstatt

Insgesamt 7 Lawinenposten säumen die Strecke durch das lawinengefährdete Koppental - hier Posten 5

Der REX mit Kurswagen nach Wien in der Haltestelle Pürgg, die direkt in den 335 m langen Burgstaller-Tunnel übergeht

        REX mit Kurswagen nach Wien bei der Einfahrt in den Bahnhof Bad Aussee. Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung  Tägliche Direktverbindung nach Wien. Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim. Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung            

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Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur DEEF;  Erstmals online publiziert: 4. Dezember 2010; Änderungen: -

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Last modified  Sonntag, 24. Mai 2015 22:13:39 +0200
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