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Die angeblich kürzeste Strassenbahn der Welt - Strassenbahn Gmunden (bis 1938 Elektrische Lokalbahn Gmunden - ELBG)

Die Strassenbahn Gmunden - bis 1938 als "Elektrische Lokalbahn Gmunden (ELBG)" bezeichnet - gilt mit ihren 2,32 Kilometern Streckenlänge als die kürzeste Strassenbahn der Welt. Am 13. August 1894 wurde der Betrieb aufgenommen, und zwar auf der Strecke Gmunden Rudolfsbahnhof (heute Gmunden Hauptbahnhof) mit Anschluss an die Salzkammergutbahn Richtung Attnang-Puchheim (-Westbahn) bzw. Richtung Inneres Salzkammergut Ebensee-Bad Ischl-Bad Goisern-Hallstatt-Obertraun-Bad Aussee-Stainach Irdning (-Bischofshofen bzw. Selzthal-Graz)  und dem Stadtzentrum von Gmunden bis zum Rathausplatz.

Strassenbahn Gmunden Straßenbahn Österreich

Wagen 8 der Linie "G" (Gmundner Straßenbahn) am 13.2.2014 bei der Ausfahrt aus der Ausweichstation "Gmundner Keramik" Richtung Hauptbahnhof

Obwohl schon beim Baubeginn und später mehrmals - so auch aktuell - eine Verlängerung über die Traun zum Seebahnhof mit Anschluss an die Traunseebahn Richtung Vorchdorf-Eggenberg geplant war, wurde im Gegenteil die Strecke 1975 vom Rathausplatz zur heutigen Endhaltestelle Franz-Josef-Platz zurückgebaut. Dennoch scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Lückenschluss ("Gmundner Sichelschnitt" nach E. Oberegger) Wirklichkeit wird, wobei es nach dem völlig unnötigem Abriss des denkmalsgeschützten Gmundener Seebahnhofs seitens der Stadt Gmunden 2010 im Zusammenhang mit dem Projekt "Lacus Felix"  ein neue Verbindungsbahnhof (Seebahnhof 2) errichtet wurde

Wohlweislich hatten die Bauherrn damals sowohl die Gmundner Strassenbahn als auch die Traunseebahn mit gleicher Spurweite, nämlich Meterspur, errichtet. Errichtet und betrieben wird die Gmundner Strassenbahn vom grössten privaten Verkehrsdienstleistungsanbieter Österreichs, der Firma Stern & Hafferl mit Sitz in Gmunden. Diese hatte auch eine Linie von Gmunden nach Altmünster geplant, die allerdings nie verwirklicht wurde.

Strassenbahn Gmunden Straßenbahn Österreich Strassenbahn Gmunden Straßenbahn Österreich

Hier merkt man deutlich wie steil die Gmundner Straßenbahn teilweise trassiert ist - links der rote Wagen 8 (gebaut bei Lohner 1961) am 13.2.2014 vom Hauptbahnhof kommen kurz vor der Station Tennisplatz (Ausweiche), rechts Wagen 10 (gebaut bei DUEWAG 1952) nach Verlassen der Station Tennisplatz hinunter zur Kuferzeile (13.2.2014)

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Wagen 8 beim Verlassen der Ausweiche Tennisplatz hinunter zur Kuferzeile (13.2.2014)

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In der Kuferzeile unterwegs ist Wagen 8 am 13.2.2014

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Wagen 8 "Mc Donalds" beim Einbiegen von der Esplanade in die Kuferzeile am 13.2.2014

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Die Straßenbahn ist meist gut besucht

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Strassenbahn Gmunden Straßenbahn Österreich

Historischer Wagen 5, gebaut 1911 bei der Grazer Waggonfabrik, steht am 7. Mai 2011 in der Endhaltestelle Franz-Josefs-Platz

Einige Fakten zur Strassenbahn Gmunden:

Eröffnet: 13. 8. 1894

Errichter und Betreiber: Stern & Hafferl

Eigentümer: GEG Elektro und Gebäudetechnik GmbH (urspürnglich 1895 Gmundner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, abgek. GEAG)

Streckenlänge: Bis 1975 2,54 km, seither 2,32 km

Traktion: Elektrisch seit Beginn, 600 Volt Gleichstrom

Spurweite: 1000mm ("Meterspur"), einspurig mit 2 Ausweichen

Max. Neigung: 100 Promille

Minimaler Radius: 40 m

Fahrzeuge: 3 Fahrzeuge für den Plandienst, 2 Nostalgiemotorwägen (1 Jugendstilwagen, 1 offener Wagen), welche von 5 Bediensteten nicht nur gefahren sondern auch gewartet werden

Frequenz: Seit Einführung des Gmundner  Stadtverbundes 1992 prosperiert auch die Strassenbahn wieder, sie ist der wichtigste Zubringer zum Hauptbahnhof. Ca. 300.000 Fahrgäste/Jahr im Gmundner Stadtverbund.

Die Stationen der Strassenbahn Gmunden (Streckenkilometer ab Gmunden Hauptbahnhof)

Strassenbahn Gmunden Straßenbahn Österreich

Die historisierenden Haltestellenschilder machen sich gut

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Gmunden Hauptbahnhof (vorm. Rudolfsbhf., Übergang zur Salzkammergutbahn, vormals Kronprinz Rudolf Bahn; 0,0)

 

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Wagen 8 "Mc Donalds" in der alten Station gegenüber dem Hauptbahnhof am 13.12.2014

 

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Grüner Wald, bis 2014 (0,35)

 

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Triebwagen 8 "Mc Donalds" hat eben den Hauptbahnhof verlassen und ist am Weg ins Gmundner Zentrum (13.2.2014)

 

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Gmundner Keramik (Ausweiche; 0,7)

 

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Vom Zentrum kommend vorbei an der Remise fährt Wagen 8 in die Haltestelle mit Ausweiche "Gmundner Keramik" ein (13.2.2014)

 

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Rosenkranz (1,0)

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Tennisplatz (Ausweiche; 1,36)

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Kuferzeile (1,77)

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Bezirkshauptmannschaft (2,05)

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ehem. HSt. Korso (2,22)

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Franz-Josef-Platz (Endhaltestelle seit 1975; 2,32)

 

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Wagen 8 und Wagen 5 vereint im Sonnenlicht am Franz-Josefs-Platz (7.5.2011)

 

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Postgebäude (bis 1975; 2,42)

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Rathausplatz (Endhaltestelle bis 1975, Reaktivierung geplant; 2,54)

 

>>> Verlängerung über die Traun und Verbindung zur Traunseebahn mit HS Klosterplatz und Seebahnhof ab Herbst 2018

Die Remise befindet sich nächst der Station "Gmundner Keramik".

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Wagen 8 und Wagen 10 im Bereich Remise

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Ein Blick in die Remise am 13.2.2014 - links Wagen 9 (DUEWAG Bj. 1952) und rechts Wagen 5 (Grazer Waggonfabrik, Bj 1911)

 

Die Fahrzeit vom Bahnhof zum Franz-Josef-Platz beträgt 10 Minuten. Die Strassenbahn fährt durchschnittlich 2x in der Stunde.

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Fotomontage eines neuen Vossloh-Fahrzeuges auf der Traunbrücke vor dem Trauntor - ab Herbst 2018 wird die Virtualität dann Realität

Von der Straßenbahn zur StadtRegio Tram:

Im Herbst 2018 wird es soweit sein und die Gmundner Straßenbahn wird in der Regio Tram Vorchdorf - Gmunden aufgehen und der Inselbetrieb ein Ende haben. Die Baumaßnahmen im Rahmen der Verknüpfung gliedern sich grob in 2 Phasen:

Phase 1: Verlängerung der Traunseebahn vom neu errichteten Seebahnhof bis zum Klosterplatz. Die Eröffnung fand am 13.12.2014 statt.

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Geschmückter Eröffnungszug am 13. Dezember 2014 biegt bei der neuen Station Seebahnhof nach rechts zur neuen Station Klosterplatz ab

Phase 2: Verlängerung der Traunseebahn vom Klosterplatz über eine neu errichtete Traunbrücke zum Rathausplatz, wohin die Gleise vom ehem. Endpunkt der Straßenbahn Franz-Josefs-Platz bereits verlängert wurden (Juli 2016).  Nach Fertigstellung der Traunbrücke als letztem Schritt soll am 1. September 2018 die Eröffnung der neuen StadtRegio Tram gefeiert werden, die Züge werden dann durchgehend von Vorchdort bis zum Bahnhof Gmunden verkehren, was sich sicherlich in einer Steigerung der Fahrgastzahlen niederschlagen wird.

Im Mai 2015 wurde das Gleis der Gmundner Straßenbahn  in den neu gebauten Bahnhof Gmunden an der Salzkammergutbahn integriert

Damit findet auch der jahrelange Kampf um den Erhalt der Straßenbahn und den Lückenschluß mit der Traunseebahn durch den Verein Pro Straßenbahn Gmunden ein Happy End, denn ohne dessen unermüdlichen Einsatz gäbe es wohl heuer keinen Lückenschluß und womöglich auch keine Straßenbahn Gmunden mehr - Bravo!

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Wagen 8 "Mc Donalds" vor der Firmenzentrale von Stern & Hafferl in der Gmundner Kuferzeile (13.2.2014)

Stern & Hafferl betreibt ausser der Strassenbahn Gmunden noch folgende Lokalbahnstrecken:

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Traunseebahn Gmunden Seebahnhof - Vorchdorf Eggernberg

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Vorchdorferbahn Vorchdorf-Eggenberg - Lambach

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Attergaubahn Vöcklamarkt - Attersee

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Haager Lies Lambach -  Haag am Hausruck (seit 2009 SEV)

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LILO (Linzer Lokalbahn) Eferding - Waizenkirchen - Niederspaching - Peuerbach/Neumarkt-Kallham

Links:

Ein guter Tag für die Eisenbahn: Neue Haltestelle Gmunden Klosterplatz (25.12.2014) >> >

Hurra, Spatenstich in Gmunden, nächster Halt Klosterplatz (30.10.2014) >> >

Stadt Regio Tram Gmunden: Neuer Seebahnhof fertig (25.6.2014) >> >

Strassenbahn Gmunden - endlich kommt der "Sichelschnitt" (9.6.2014) >> >

Deutliches JA zum Lückenschluß in Gmunden (30.1.2013) >>>

Die Salzkammergutbahn Attnang-Puchheim - Stainach-Irdning >>>

Die Traunseebahn Gmunden - Vorchdorf >>>

Die Vorchdorfer Bahn Vorchdorf - Lambach >>>

        Planungen Gmundner Strassenbahn. Quelle Wikipedia. DEEF/Dr. Michael Populorum            

Geplante Projekte im Kontext mit der Straßenbahn Gmunden (Quelle: Wikipedia)

Sollten Sie Anregungen zu den Projekten haben oder eigene Beiträge oder Fotos präsentieren wollen, so freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Bitte um Info >

 info@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org

Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur DEEF;  Erstmals online publiziert: 12. Januar 2011; Änderungen: 29.5.2018

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Last modified  Mittwoch, 30. Mai 2018 08:51:48 +0200
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